Komet 67P/Churyumov-Gerasimenko (2021)

Alexander Pikhard
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Der kurzperiodische Komet mit der Bezeichnung 67P wurde 1967 von dem ukrainischen Astronomen Klym Tschurjumow auf einer Aufnahme der tadschikischen Astronomin Swetlana Gerassimenko entdeckt. Der Komet wurde als kurzperiodisch erkannt mit einer Umlaufzeit von nur 6,44 Jahren um die Sonne. Da sein sonnenfernster Punkt in etwa in der Jupiterbahn liegt, kann angenommen werden, dass er durch den Riesenplaneten eingefangen worden war. Er gehört somit zur Jupiter-Kometenfamilie. Der Komet erlangte einsame Berühmtheit im Zuge der Rosetta-Weltraummission, die ihn zum bisher am besten erforschten Objekt seiner Klasse machte. Trotz seiner geringen Größe von lediglich vier Kilometern kann er bei seiner Annäherung an die Sonne durchaus mit Amateurmitteln beobachtet werden, natürlich nicht so detailreich wie es die Weltraumsonden Rosetta und Philae konnten.

Anmerkung: 67P/Churyumov-Gerasimenko ist die englischsprachige Bezeichnung für diesen Kometen, diese ist auch die offizielle Bezeichnung gemäß IAU, 67P/Tschurjumow-Gerassimenko ist die deutschprachige, nicht offizielle Bezeichnung.

Bahn:


Die Bahn des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko im inneren Sonnensystem.
Aus JPL Small-Body Database Browser.


Die Bahn des Kometen 67P/Churyumov-Gerasimenko im inneren Sonnensystem.
Aus JPL Small-Body Database Browser.

Komet 67P umkreist die Sonne auf einer kurzperiodischen, elliptischen Bahn einmal in 6,44 Jahren. Der sonnennächste Punkt der Bahn (Perihel) liegt in einer Entfernung von 1,24 AU (186 Mio. km), somit außerhalb der Erdbahn. Der sonnenfernste Punkt der Bahn (Aphel) liegt in einer Entfernung von 5,68 AU (850 Mio. km), das ist etwas außerhalb der Jupiterbahn. Die Bahn ist lediglich 7° zur Ekliptik geneigt, so dass der Komet stets im Bereich der Tierkreissternbilder zu beobachten ist.

Referenzen:

Sichtbarkeit in Mitteleuropa

Komet 67P steht am 2. November 2021 im Perihel und ist in den Wochen davor und danach durchaus mit Amateurmitteln zu beobachten, auch wenn er nicht sehr hell wird. Modelle gehen davor aus, dass er eine scheinbare Helligkeit von 9. bis 10. Größenklasse erreichen wird. Das reicht aus, um auf länger belichteten Fotos mit kleineren und mittleren Fernrohren deutlich sichtbar zu werden.

Da der Komet eine Periheldistanz hat, die größer als der Erdbahnradius ist, gelangt er in Opposition. Diese wird aber nach dem Perihel erreicht. Der Komet bewegt sich durch die Sternbilder Stier, Zwillinge und Krebs. Er ist damit zunächst nach Mitternacht, nach und nach aber praktisch die ganze Nacht über zu beobachten.


Sichtbarkeit von Komet 67P/Churyumov-Gerasimenko zu Mitternacht Uhr für Wien.
Diagramm erstellt mit Stargazer's Almanac for Windows.

Suchkarten

Die Suchkarten gelten jeweils für 0 Uhr UT und wurden erstellt mit Cartes du Ciel. Die Suchkarten dienen nur zur Orientierung. Zum Auffinden oder einstellen am Fernrohr empfehlen wir die Verwendung aktueller Smartphone- oder Tablet-Apps.


Ein Beobachtungstipp der WAA
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