Das Jahr 2021

Ein astronomischer Überblick

Alexander Pikhard

Kurzfassung

2021 ist nicht allzu reich an besonderen Himmelsereignissen. Während wir gänzlich ohne Mondfinsternis auskommen müssen, dürfen wir uns am 10. Juni über die erste partielle Sonnenfinsternis seit langem freuen. Von den fünf hellen Planeten zeigt sich zwar Merkur überdurchschnittlich oft, dafür fallen Venus und Mars aber weitgehend aus. Lediglich Jupiter und Saturn sorgen im Spätsommer verlässlich für eine gute Sichtbarkeit.

Wichtiger Hinweis: Hier werden ausschließlich vorausberechenbare Himmelsereignisse mit Schwerpunkt auf Sonne, Mond, Planeten, hellen Asteroiden sowie ausgewählten Kometen und Meteorströmen behandelt. Natürlich hat Astronomie mehr zu bieten. Aber die im jährlichen Rhythmus beobachtbaren besonderen Objekte brauchen hier nicht erwähnt zu werden und über Unvorhersehbares brauchen wir in einer wissenschafltichen Übersicht nicht zu spekulieren. Warten wir einfach ab, was alles entdeckt wird.

Kalender, Sonne und Mond

Kalender

2021 ist im gregorianischen Kalender ein Gemeinjahr mit 365 Tagen, der Februar hat 28 Tage. Bewegliche Feiertage:

  • Ostersonntag: 4. April
  • Christi Himmelfahrt: 13. Mai
  • Pfingstsonntag: 23. Mai
  • Fronleichnam: 3. Juni

Erdbahn und Jahreszeiten

  • Spätester Sonnenaufgang Wien: Freitag, 1. Jänner, 07.46 Uhr MEZ
  • Perihel: Samstag, 2. Jänner, 14.50 Uhr MEZ
  • Astronomischer Frühlingsbeginn: Samstag, 20. März, 10.38 Uhr MEZ
  • Frühester Sonnenaufgang Wien: Mittwoch, 16. Juni, 04.54 Uhr MESZ
  • Astronomischer Sommerbeginn: Montag, 21. Juni, 05.32 Uhr MESZ
  • Spästester Sonnenuntergang Wien: Freitag, 25. Juni, 21.00 Uhr MESZ
  • Aphel: Dienstag, 6. Juli, 00.28 Uhr MESZ
  • Astronomischer Herbstbeginn: Mittwoch, 22. September, 21.21 Uhr MESZ
  • Frühester Sonnenuntergang Wien: Samstag, 11. Dezember, 16.01 Uhr MEZ
  • Astronomischer Winterbeginn: Dienstag, 21. Dezember, 16.59 Uhr MEZ

Die Sonne ist zu diesen besonderen Lagen nicht notwendigerweise von Wien aus sichtbar. Frühester bzw. spätester Sonnenauf- oder -untergang fallen wegen der Zeitgleichung nicht mit den Sonnenwenden zusammen.

Besondere Mondlagen und -phasen

  • Größter Vollmond ("Supervollmond"): Mittwoch, 26. Mai, 13.14 Uhr MESZ
  • Südlichster Vollmond: Donnerstag, 24. Juli, 20.40 Uhr MESZ
  • Kleinster und nördlichster Vollmond: Sonntag, 19. Dezember, 05.36 Uhr MEZ

Der Mond ist zu diesen besonderen Lagen und Phasen nicht notwendigerweise von Wien aus sichtbar.

Siehe auch weiter unten Finsternisse und Bedeckungen!

Planeten

2021 bietet unterdurchschnittliche Planetensichtbarkeiten. Lediglich Merkur überrascht mit mehr Sichtbarkeiten als üblich. Venus tritt lange Zeit überhaupt nicht und dann sehr ungünstig am Abendhimmel in Erscheinung. Mars steht am 8. Oktober in Konjunktion und ist nur am Jahresanfang noch einigermaßen auffällig. Jupiter und Saturn zeigen ihre normalen Sichtbarkeiten mit Schwerpunkt im Sommer.

Merkur

2021 ergeben sich für unsere Breiten vier Abend- und drei Morgensichtbarkeiten.

Interessant ist, dass Merkur an fast allen Begegnungen heller Planeten im Jahr 2021 beteiligt ist:

Venus

Venus ist bis Jänner am Morgenhimmel zu sehen und bleibt dann, um die obere Konjunktion, für eine längere Zeit komplett unsichtbar. Erst Ende April taucht sie dann am Abendhimmel auf. Es beginnt eine extrem ungünstige Abendsichtbarkeit, die erst im November etwas besser wird, ehe sie mit Jahresende endet.

Begegnungen:

Interessant sind auch die Begegnungen mit dem Mond.

Mars

Mars ist während der ersten Monate zumindest für das freie Auge noch ein auffälliges Objekt, die scheinbare Helligkeit fällt mit steigender Entfernung von der Erde aber stetig. Die Sichtbarkeit des Planeten Mars endet unauffällig im Juli 2021 am Abendhimmel, der Rote Planet ist dann kein auffälliges Objekt mehr. Am 8. Oktober steht er in Konjunktion mit der Sonne. Im November 2021 taucht er, ebenfalls sehr unauffällig, wieder am Morgenhimmel auf.

Begegnungen:

Jupiter und Saturn

Jupiter hat Saturn Ende Dezember 2020 überholt und eilt dem Ringplaneten stetig davon. Saturn steht am 2. August in Opposition zur Sonne, Jupiter erst am 21. August. Beide Planeten haben ihre beste Sichtbarkeit daher im Spätsommer.

Beide Planeten ziehen ihre Bahn in diesem Jahr einsam über den Himmel; außer mit Merkur am Ende der alten Sichtbarkeit im Jänner und am Beginn der neuen im März kommt es zu keinen Begegnungen mit anderen Planeten.

Uranus und Neptun

Die beiden langsamen Planeten Uranus und Neptun sind weiterhin Objekte am Herbsthimmel.

Finsternisse und Bedeckungen

Sonnenfinsternisse

2020 finden zwei Sonnenfinsternisse statt, von denen eine von Österreich partiell zu sehen ist, und zwar die vom 10. Juni.

Mondfinsternisse

Beide Mondfinsternisse 2021 sind von Österreich aus (weitgehend) nicht sichtbar.

Bedeckungen

2021 gibt es keine Bedeckung eines hellen Planeten oder eines der hellen Sterne Aldebaran, Regulus, Spica oder Antares durch den Mond. Es gibt drei sehr grenzwertige Bedeckungen des 2,1 mag hellen Sterns σ Sagittarii (Nunki).

Übersicht für die nächsten Jahre:

Weitere interessante Erscheinungen

Kometen

Für das Jahr 2021 sind aus heutiger Sicht keine Kometen zu erwarten, die wesentlich heller als 10. Größenklasse werden. Knapp erreichen sollten dieses Limit die kurzperiodischen Kometen 6P/d'Arrest (Morgenhimmel im August), 8P/Tuttle (Abendhimmel ab Oktober) und 67P/Churyumov-Gerasimenko (Morgenhimmel ab Oktober), wobei aber keine dieser Sichtbarkeiten herausragend wird. Wie eingangs erwähnt sind aber Neuentdeckungen, die auch kurzfristig zu einer interessanten Erscheinung werden könnten, durchaus möglich.

Eine sehr gute Übersicht über die aus heutiger Sicht zu erwartenden Kometen gibt es hier von Seiichi Yoshida:

Zwergplaneten und Asteroiden

Von den helleren Zwergplaneten und Asteroiden werden die folgenden rund um 2021 in Opposition heller als 8,5 Größenklassen und sind somit auch mit dem Feldstecher leicht zu erkennen:

Immer wieder nähern sich der Erde so genannte Erdbahnkreuzer.

Meteore

Von den bekannten Meteorströmen sind die Bedingungen für die Eta-Aquariden und die Perseiden von der Mondphase her günstig.

Veränderliche

Derzeit sind die Maxima von Mira (ο Ceti) noch am Morgenhimmel zu beobachten.


Ausblick auf die kommenden Jahre

2022

Am 25. Oktober 2022 gibt es in Österreich wieder eine Sonnenfinsternis zu sehen. Sie wird partiell und der Mond wird die Sonne zu 41% verfinstern. Am 8. Dezember 2022 findet die nächste Marsopposition statt, zu der der Planet auch in enger zeitlicher Nähe vom Vollmond bedeckt wird. Von der Totalen Mondfinsternis am 16. Mai ist bei uns leider nur ein sehr kleiner Teil zu sehen.

2023

Zwei Mondfinsternisse sind bei uns zu sehen, eine partielle Halbschatten-Mondfinsternis am 5. Mai teilweise, eine partielle Mondfinsternis am 28. Oktober zur Gänze. Zwei interessante Bedeckungen durch den Mond finden bei Tag statt, sollten aber gut zu beobachten sein: Antares am 18. Oktober, Venus am 9. November.

2024

Zwei Mondfinsternisse sind bei uns zu sehen, eine partielle Halbschatten-Mondfinsternis am 25. März allerdings nur theoretisch, eine partielle Mondfinsternis am 18. September im weitesten Verlauf. Die Bedeckung des Saturn in der Morgendämmerung des 21. August dürfte schwierig werden.

2025

Hammer Time am Sternenhimmel! Nach vielen durchschnittlichen und unterdurchschnittlichen Jahren hat dieses Jahr so viel zu bieten wie schon lange nicht. Neben einer partiellen Sonnenfinsternis am 29. März und zwei unvollständig sichtbaren totalen Mondfinsternissen (14. März, Monduntergang vor Totalität und 7. September, Mondaufgang knapp vor Totalität) und der nächsten Marsopposition am 16. Jänner kommen vor allem jene auf ihre Kosten, die Bedeckungen durch den Mond lieben. Es beginnt eine neue Serie an Bedeckungen der Plejaden (10. Jänner ungünstig bei Dunkelheit, 1. April ungünstig bei Dunkelheit, 23. Juni in der Morgendämmerung, 12. September bei Dunkelheit und 4. Dezember bei Dunkelheit, aber Vollmond). Dazu kommen noch eine Bedckung der Venus bei Tag am 19. September und eine Bedeckung des Regulus bei Tag am 10. Dezember. Astronomenherz, was willst Du mehr?

 

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