Partielle Mondfinsternis

Cobenzl, 7. September 2006

Das Wetter ist an diesem Abend unser Verbündeter: Restwolken haben sich am Abend komplett aufgelöst und die angekündigte Kaltfront ist noch weit, weit weg. Einer schönen, wenngleich nicht sehr spektakulären partiellen Mondfinsternis steht nichts im Wege.


Am Horizont Gewitter, doch die sind weit, weit weg


Schon vor Mondaufgang sammeln sich Interessierte

Die Medienarbeit war gut, sowohl von unserer Seite (dank Charlotte Rettenbacher-Ludwig) als auch von Seiten der anderen astronomischen Organisationen in Wien. Die Finsternis findet, obwohl nur schwach, regen Wiederhall in Presse und Rundfunk. Ein Kamerateam von Wien Heute hat sogar mit uns eine kurze Vorschau auf die Finsternis gedreht.

Noch sind die Fernrohre zu irgendwelchen hellen Sternen gerichtet, um sie einzunorden. Doch alles wartet auf den Aufgang des Mondes, und da kommt er schon.


Der Mond geht auf, schon leicht verfinstert


Schnell schwenken alle Rohre zur Finsternis

Der Aufgang des Mondes, der schon im Halbschatten der Erde steht, ist bemerkenswert. Von der Erdatmosphäre rötlich verfärbt, von der Refraktion elliptisch verformt, von der Erde halb beschattet, ergibt sich ein seltsamer Anblick.


19.47 Uhr: Der Mond geht, im Halbschatten verfinstert, auf. 1/10s.
Alle Aufnahmen der Finsternis am 12" LX-200 bei f/3.3 (F = 990mm)
mit Canon EOS 350D, 100 ISO.

Unsere Station umfasst mehrere große Fernrohre und natürlich auch das Informationszelt. Auf Schautafeln informieren wir über Erde, Mond und die Finsternis. Aber auch Sternenhimmel und Sonnensystem kommen nicht zu kurz - schon wegen der Frage nach Pluto nicht.


Das Informationszelt


Immer mehr wollen die Finsternis sehen

Am Beginn der partiellen Phase ist der Mond dann infolge des Halbschattens schon merklich verfinstert.


20.05 Uhr MESZ, knapp vor Beginn der partiellen Phase. 1/60s.

Es entsteht jetzt ein reger, gut besuchter, aber nicht hektischer Finsternisabend. Während die Finsternis mit freiem Auge, Feldstecher oder kleinen und großen Fernrohren beobachtet wird, bleibt viel Zeit für Information und Gespräche.


Reges Interesse im Zelt


Erstaunte Blicke an den Fernrohren

Die Finsternis ist jetzt "voll im Gang".


20.20 Uhr MESZ, in der partiellen Phase. 1/160s.


Auch ganz junge Sterngucker sind da


Mache machen es sich so richtig bequem

Es ist noch immer wolkenlos und der partiell verfinsterte Mond über der beleuchteten Stadt ist schon ein sehr schöner Anblick.


Mondfinsternis über Wien

Da die Finsternis nicht sehr stark ausfällt, ist sie auch kurz. Schon ist das Maximum erreicht.


20.50 Uhr MESZ, Mitte der Finsternis. 1/320s.

Nach der Mitte der Finsternis nimmt der Zustrom an Neugierigen etwas ab, unser Finsternisabend wird zusehends familiärer.


Eine Mondfinsternis kann man in aller Ruhe, ohne Hektik beobachten


21.28 Uhr MESZ: Noch partiell


21:42 Uhr MESZ: Nur mehr Halbschatten

Je höher der Mond steigt, desto farbloser wird er. Der dunkelgraue Erdtrabant bekommt seine Färbung nur durch die Extiktion in der Erdatmosphäre.


Noch immer sind alle Rohre zum Mond gerichtet

Gegen 22 Uhr kann man das letzte Mal mit freiem Auge eine leichte Halbschattenverfinsterung feststellen, fotografisch noch etwas länger.


22.02 Uhr MESZ: Auf dem Foto ist vom Halbschatten noch etwas zu erkennen. 1/320s.

Nach dem freisichtigen Ende der Finsternis zeigen wir den Nachtschwärmern unter unseren Interessierten noch ein paar Deep Sky Objekte, so gut es der Vollmond und die helle Straßenbeleuchtung halt zulassen. Erste Cirren ziehen auf, aber jetzt stören sie uns nicht. Das Wetter hat perfekt gehalten und einen stimmungsvollen Finsternisabend ermöglicht.

Epilog:

Bei der Ankunft daheim sind die Cirren der nahenden Kaltfront schon stärker geworden und rund um den noch immer fast vollen Mond hat sich ein schöner Halo gebildet.


1 Uhr nachts: Cirren sind aufgezogen und erzeugen einen Mondhalo

Fazit: Es hat alles gepasst - Medien, Wetter und Inszenierung.

Text und Fotos: Alexander Pikhard